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Weihnachtskonzert 2018: Wenn aus Tönen Schneeflocken werden

Mit Schlittengeläut und Heldenhaftem hat die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ihre Zuhörer in Richtung Festtage geleitet. Beim Weihnachtskonzert der BürgerStiftung spielte das Orchester Werke von Leopold Mozart, Alexander Glasunow und Ludwig van Beethoven.
Zuvor gab’s den Bürgerpreis für die Ludwigshafener Tafel.

Man kann das rund zweistündige Konzertprogramm als Ode an das Ehrenamt verstehen. Begann der Abend doch damit, dass Juergen Hundemer, Vorsitzender der Ehrenamtsbörse Vehra, den erstmals verliehenen Bürgerpreis für die Ludwigshafener Tafel entgegennahm. Mit den 10.000 Euro Preisgeld soll eine neue Heizung für die Räume in der Bayreuther Straße finanziert werden (wir berichteten). Dem dort freiwillig Geleisteten zu Ehren eine Sinfonie von Beethoven – wie passend.

Wurde vor neun Jahren beim BürgerStiftungskonzert noch die berühmte „Neunte“ aufgeführt, war es dieses Mal die dritte Sinfonie, genannt „Eroica“, also die Heroische. Schon mit den ersten beiden Klängen des Werks – Schlägen des gesamten Orchesters samt Pauken – wird das Werk seinem Spitznamen gerecht. Es folgte ein von der Staatsphilharmonie geschmeidig und gleichzeitig energiegeladen gespielter erster Satz. Am Dirigentenpult stand der junge Maestro Kerem Hasan. Der in London geborene Mann, 26 Jahre alt, hatte im vergangenen Jahr den Young Conductors Award der Salzburger Festspiele gewonnen und wird ab kommender Saison Chefdirigent des Tiroler Sinfonieorchesters in Innsbruck. Im Pfalzbau durchlebte er mit den Musikern die Höhen und Tiefen des Beethovenschen Werks, ließ dazu seinen Dirigentenstab auch mal kraftvoll in Richtung Boden fahren oder lockend in die Höhe. Insbesondere im zweiten Satz – einem Trauermarsch – kostete das Orchester auch die tiefe Wucht aus. Die Streicher und Bläser ließen es brummen und wummern, um kurz darauf als Antwort hohe Geigentöne zu hören. Die knapp eine Stunde dauernde „Eroica“ ist ein langes, aber höchst abwechslungsreiches Werk – vor allem, wenn so detailliert und dynamisch gelungen gespielt wird, wie es die Staatsphilharmonie tat. Eigentlich wollte Beethoven das viersätzige Werk Napoleon widmen. Dann krönte sich Bonaparte selbst zum Kaiser woraufhin der Komponist die Widmung wütend zurückzog.

Die Solistin des Abends war die 26-jährige kanadisch-amerikanische Violinistin Maia Cabeza. Es liegt in der Tradition der BürgerStiftung, bei ihren Weihnachtskonzerten junge begabte Nachwuchskünstler auf die Bühne zu holen. Cabeza interpretierte das Violinkonzert in a-Moll von Alexander Glasunow. Es ist ein sehr anspruchsvolles Werk, das fast alle Spieltechniken auf der Geige vereint: Pizzicati, Doppelgriffe, schnelle Läufe und eine Kadenz, die dies alles kombiniert. Cabeza spielte am Anfang noch etwas zurückhaltend, ließ sich dann aber immer mehr auf die schön-traurigen Klänge ein, folgte mit ihrem Körper den Tönen. 

Das BürgerStiftungskonzert ist ein besonderes. Auf den Plätzen – von denen dieses Mal einige frei blieben – sitzen auch Menschen, die sonst nicht ins klassische Konzert gehen, nun aber gespannt lauschten. Gerade dafür war es ein passend zusammengestelltes Programm, auch durch das Auftaktstück. Der eine oder andere mag Leopold Mozarts „Musikalische Schlittenfahrt“ als lieb und nett abtun. Es ist aber ein Stück mit viel Humor, Fantasie und Leichtigkeit, das Bilder im Kopf entstehen lässt. Der Komponist, Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, hat hier Programmmusik geschrieben. Wir denken beim Zuhören an eine Fahrt durch eine winterlich verschneite Landschaft, hören das Schlittengeläut, tatsächlich werden Glocken und Peitsche gespielt. Erst fährt der Schlitten noch mit gemächlichen Streicherklängen an, nimmt dann aber mit Trompeten-Einwürfen Tempo auf. Tremolierende Streicher imitieren „das vor Kälte zitternde Frauenzimmer“ – ja, so steht es tatsächlich in der Partitur. Unweigerlich muss man schmunzeln, hört den Schnee fallen und Tänzer auf einem Ball. Viel Applaus dafür, für den ganzen Abend – und für die tolle Arbeit aller Ehrenamtlichen

 

 

 

Mannheimer Morgen, 22.12.18


12.01.19


buergerstiftung@bs-lu.de
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